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Bluthochdruck – #RivaDigital bietet digitale Lösungen

Steckbrief
Name(n): Bluthochdruck; Hypertonie; Hypertension
Art der Krankheit: Chronisch
Verbreitung: Weltweit
Erste Erwähnung: 16. Jahrhundert
Behandelbar: Teilweise
Art des Auslösers: Stress; bestimmte Krankheiten
Wie viele Erkrankte: Ca. 1 Milliarde weltweit
Fachärztliche Zuständigkeit: Hausarzt; Internist

 

Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) ist in den Industrieländern und somit auch in der Schweiz eine weit verbreitete Krankheit. Schätzungen zufolge weist ein Viertel der Schweizer Bevölkerung einen erhöhten Wert auf – vielfach ohne es zu ahnen. Denn Bluthochdruck wird meist nicht von Beschwerden begleitet. Im Verlauf der Jahre schaden jedoch zu hohe Blutdruckwerte dem Körper, vor allem wichtigen Organen wie Herz, Herzkranzgefässen, Hirn, Nieren und Blutgefässen. Es gibt aber einen Lichtblick: Jeder einzelne kann viel dazu beitragen, seinen Blutdruck zu senken und so Erkrankungen vorzubeugen.

Mit welchem Druck das Blut fliesst, wird in jenen Blutgefässen gemessen, die vom Herzen wegführen (Arterien). Zwei Messwerte geben Aufschluss darüber, ob der Herzschlag und die Gefässwände normale oder erhöhte Druckverhältnisse erzeugen. Liegen die Werte konstant bei 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder darüber, besteht eine Hypertonie bzw. Bluthochdruck.

Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von Bluthochdruck ist deshalb die dauerhafte Senkung des übermässigen Drucks auf einen normalen Wert. Damit beugt man wirkungsvoll der schleichenden Schädigung der Organe und den ernsthaften Folgen dieser Krankheit vor, die erst Jahre später eintreten könnten.

Was ist Bluthochdruck?

Primäre Hypertonie
Bluthochdruck bezeichnet eine Erkrankung des Gefässsystems. Dieses wird durch dauerhaft überhöhte Blutdruckwerte belastet und letztlich geschädigt. Ärzte sprechen in diesem Fall von Hypertonie oder arterieller Hypertonie. Wenn keine organische Ursache feststellbar ist, wird diese Art des Bluthochdrucks als essentielle oder auch als primäre Hypertonie bezeichnet. Diese betrifft rund 90 Prozent aller Hypertoniker.


Sekundäre Hypertonie
Bei ungefähr 10 Prozent der Hypertoniker sind organische Erkrankungen die Ursache dafür, dass der Blutdruck zu hoch. Dazu trägt beispielsweise die Verengung der Nierenarterien bei. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einer sekundären Hypertonie und therapieren soweit möglich in erster Linie die zugrunde liegende Erkrankung. Häufig lässt sich bereits dadurch der überhöhte Blutdruck erfolgreich auf normale Werte reduzieren.

Ursachen

Die Ursachen
Ein komplexer Mechanismus trägt dazu bei, den Blutdruck im menschlichen Körper zu regulieren. Es wirken mehrere biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefässe und das Nervensystem miteinander. Allerdings wurde diese Wechselwirkung bisher nur teilweise erforscht. Deshalb steht in der Medizin noch nicht abschliessend fest, durch welche gestörte Wechselwirkung sich letztlich ein Bluthochdruck einstellt. Mit anderen Worten: Die genauen körperlichen Ursachen für den überhöhten Blutdruck sind bis heute nicht bekannt.


Begünstigende Faktoren
Durch zahlreiche Studien konnte die Forschung belegen, dass bestimmte Faktoren den Bluthochdruck nachweislich begünstigen. Hauptsächlich sind dies erbliche Veranlagung und der individuelle Lebensstil. Zu den gewichtigsten vier Faktoren für Bluthochdruck zählen zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress.

Symptome und Anzeichen

Eine Hypertonie bzw. ein Bluthochdruck kann jahrelang bestehen, ohne durch Beschwerden oder andere Symptome auf sich aufmerksam zu machen. Viele Hypertoniker wissen deshalb lange nichts von ihrer Erkrankung. Sobald sich die ersten Symptome bemerkbar machen, steht auch fest, dass die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist.

Das Risiko von Bluthochdruck besteht demnach darin, symptomlos über einen längeren Zeitraum den Körper zu schädigen und erst viel später die lebensbedrohlichen Folgen zu offenbaren. Eine Hypertonie-Therapie trägt dazu bei, die schleichende Schädigung der Organe frühzeitig aufzuhalten. Es ist deshalb wichtig, auf eine Anzahl unscheinbarer Symptome zu achten, die möglicherweise einen Bluthochdruck signalisieren. Es sind dies:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nasenbluten
  • Ohrensausen

Ist die Schädigung einzelner Organe bereits fortgeschritten, können vielfältige Symptome auf einen Bluthochdruck hinweisen. Oftmals deuten folgende Symptome auf eine Organschädigung durch Hypertonie hin:

  • Kurzatmigkeit
  • Luftnot
  • Schmerzen in der Brust (Angina pectoris)
  • Sehstörungen oder Sensibilitätsstörungen
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
Diagnose und Messung

Weil der Bluthochdruck lange beschwerde- und symptomlos besteht, wird diese Erkrankungen meist spät diagnostiziert. Dazu trägt vor allem die primäre Hypertonie bei, die ohne erkennbare Ursache selbst jahrzehntelang unbemerkt bleibt.

Um die Diagnose eines zu hohen Bluthochdrucks stellen zu können, gilt es den Blutdruck zu messen. Die Messung des Blutdrucks ist für den Arzt der wohl wichtigste, aber nicht der einzige Befund für die Diagnosestellung. Letztlich wird die Diagnose eines Bluthochdrucks bestätigt, wenn zumindest zwei Messungen an zwei verschiedenen Tagen Blutdruckwerte von 140 zu 90 mmHg oder mehr ergeben.

Damit die Blutdruckmessung nicht verfälscht wird, geht jeder Messung eine sitzende oder liegende Ruhepause von mindestens fünf Minuten voran. Auch eine örtliche Gefässverengung kann die Blutdruckmessung verfälschen. Deshalb empfiehlt sich, den Blutdruck an beiden Armen und Beinen zu messen.

Für die Messung des Blutdruckes werden zwei Messwerte erhoben. Der erste und gleichzeitig höhere Wert ist der systolische Blutdruck. Er steht für den Druck, der dann entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht. Dabei wird das Blut in die Arterien gepumpt. Danach erschlafft das Herz, was den zweiten und stets tieferen Messwert liefert: den diastolischen Blutdruck. Beide Messwerte werden immer paarweise angegeben und in Klassen eingeteilt. Falls beide Werte in zwei unterschiedlichen Klassen geführt werden, ist stets die höhere Klasse massgebend.

Wer seinen Blutdruck selbst misst und erhöhte Messwerte erhält, sollte die Messung nach ein paar Minuten wiederholen. Falls mehrere Messungen wiederholt erhöhte Werte ergeben, sollte der Arzt konsultiert werden.

 

Klassifikation systolisch diastolisch
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hoch-normal 130-139 85-89
leichter Bluthochdruck (Schweregrad 1) 140-159 90-99
mittelschwerer Bluthochdruck (Schweregrad 2) 160-179 100-109
schwerer Bluthochdruck (Schweregrad 3) > 180 > 110
isolierter systolischer Bluthochdruck (nur der erste, obere Wert ist zu hoch) > 140 < 90

Therapie und Behandlung

Je frühzeitiger mit einer Hypertonie-Therapie begonnen wird, desto wirksamer kann man Organschäden vermeiden und schweren Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen. Denn ein langfristig und hinreichend tiefer Blutdruck schont das Herz-Kreislauf-System und fördert die Gesundheit.

Das Ziel der Hypertonie-Therapie besteht in erster Linie darin, den Bluthochdruck im Ruhezustand unter die Werte von 140 zu 90 mmHg zu senken. Bestehen nebst Bluthochdruck weitere Krankheiten, gelten abweichende Empfehlungen. Für Diabetiker und Personen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, gelten Blutdruckwerte von 140 zu 85 mmHg bzw. 130 zu 80 mmHg als erstrebenswert.

Die Bluthochdruck-Therapie richtet sich stets nach den individuellen Bedürfnissen und kann nebst den allgemeinen Massnahmen und blutdrucksenkenden Medikamente auch den Umgang mit Stresssituationen und Änderungen der Lebensgewohnheiten umfassen.

Tipps zur Vorbeugung

Gesunde Lebensweise als Schlüssel
Der Schlüssel für einen normalen Blutdruck und erst recht bei Bluthochdruck liegt in einer gesunden Lebensweise. Das bedeutet in den Industriestaaten und in der Schweiz für viele eine ganz erhebliche Umstellung ihrer bisherigen Lebensweise – aber zugleich eine äussert lohnenswerte. Denn damit lässt sich bereits eine leichte Hypertonie ohne weiteres auf normale Werte reduzieren. Selbst bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine veränderte Lebensweise dazu beitragen, den Medikamentenbedarf herabzusetzen.


Was eine gesunde Lebensweise ausmacht, lässt sich auf 10 Tipps zusammenfassen:

  1. regelmässig den Blutdruck messen
  2. den Anweisungen des Arztes folgen
  3. ein möglichst normales Körpergewicht anstreben und halten
  4. auf den Alkoholgenuss verzichten oder diesen einschränken
  5. vermehrt Gewürze als Ersatz für Kochsalz verwenden
  6. Obst und Gemüse bevorzugt essen
  7. pflanzliche Fette und hochwertige Öle bevorzugen
  8. auf Rauchen verzichten oder den Nikotinkonsum einschränken
  9. körperliche Aktivitäten steigern
  10. Ruhepausen einplanen und für erholsame Entspannung sorgen

Diese Tipps werden allen Hypertonikern ans Herz gelegt, weil der Erfolg vieler Betroffener für sich spricht. Selbst wenn es auf Anhieb nicht mit allen Tipps klappt, hat ihre Einhaltung letztlich vielen geholfen, ihren Bluthochdruck allein durch eine gesündere Lebensweise zu senken.